Zum Begriff Nachhaltigkeit

In der Entwicklungszusammenarbeit spricht man von nachhaltiger Entwicklung, wenn die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne dadurch die Möglichkeiten der künftigen Generationen zu gefährden. Insbe­sondere sollen die natürlichen Ressourcen so genutzt werden, dass auch kommende Genera­tionen von diesen profitieren können. An diese Bedingungen will sich auch die Stif­tung Para Los Indígenas halten. Daher sollen unsere Projekte nachhaltig, beständig und wirksam sein. Und dies immer unter der Vor­aussetzung, dass die Grundbedürfnisse der lokalen Bevölkerung damit verbessert werden.

Bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit unserer Projekte sind verschiedene Teilaspekte we­sentlich:

Ökologische Nachhaltigkeit

Dabei geht es um den weitsichtigen und rück­sichtsvollen Umgang mit den natürlichen Res­sourcen, ohne die Ökosysteme zu schwächen oder unwiderruflich zu zerstören. Natur und Umwelt sollen für die aktuelle und die künfti­gen Generationen erhalten bleiben. Dies setzt voraus, dass die vorgesehenen Massnahmen naturnah und langfristig wirken. Darum ist der weitsichtige und rücksichtvolle Umgang mit der Natur für uns selbstverständlich und ein absolutes Muss.

Die Nutzung der natürlichen Ressourcen hat zum Ziel, genügend Erträge abzuwerfen, das Wachstum zu fördern, aber auch die Natur möglichst zu schonen. Die Resultate der Ver­besserungen müssen langfristig wirksam sein und auch künftigen Generationen ein Aus­kommen ermöglichen. Dabei nehmen wir Rücksicht auf die gegebenen Strukturen und Techniken der indigenen Bevölkerung. Sie werden aber auch durch neue Erkenntnisse und Entwicklungen ergänzt und so gestärkt. Die Gemeinschaften werden aktiv in die Um­setzung der Projekte einbezogen. So ist sichergestellt, dass die erzielten Veränderun­gen und Verbesserungen anhalten, wenn un­sere finanzielle, technische und organisatori­sche Hilfe abgeschlossen ist.

Deshalb führen wir nur Projekte aus, von deren Nutzen wir überzeugt sind. Seit einigen Jahren sind wir auch dazu übergegangen, die Wirk­samkeit der Projekte längerfristig zu kontrollie­ren und so die Nachhaltigkeit zu erhöhen. »
Soziale Nachhaltigkeit
All unsere Projekte beruhen auf der Zusam­menarbeit mit der lokalen Bevölkerung und den politischen Strukturen vor Ort. Wir achten darauf, dass unsere Projekte ausgewogen sind und einem offensichtlichen und nachgewiese­nen Bedürfnis entsprechen. Der Einbezug der Gemeinschaften führt dazu, dass sich die be­troffene Bevölkerung mit einem Projekt iden­tifiziert. Dies erhöht den Erfolg und bestärkt die Indígenas, ihre Lebensbedingungen selb­ständig zu verbessern. Begleitende Massnah­men wie Kurse oder spezielle Ausbildungen erhöhen die Wirkung von Neuerungen zusätz­lich. Dies alles geschieht mit dem Ziel, das Selbstwertgefühl der Gemeinschaften zu ver­bessern und die lokale Selbstbestimmung zu fördern. Besonders wichtig ist es, die Frauen einzubinden. Der Erfolg vieler Projekte ist we­sentlich von ihnen abhängig.
Nachhaltige Zusammenarbeit
Dieses wirkungsorientierte Denken, Planen und Handeln lässt sich in den fünf Arbeitsfel­dern unserer Stiftung erkennen. Wo immer möglich erfolgt die Einbindung der unterstütz­ten Gemeinschaften durch den Arbeitseinsatz in Form von Fronarbeit. Je nach Projekttyp macht der Gegenwert der Fronarbeit 10–50 % der Projektkosten aus. Dies führt zu einer star­ken Identifikation aller Beteiligten mit dem entstandenen Werk. Gleichzeitig wird dabei Wissen angeeignet, das später bei einfachenMaurer­, Schreiner­ und Sanitärarbeiten wieder genutzt werden kann.
Von der Bedürfniserhebung zum finanzierten Projekt
Die Anliegen der Indígenas werden oft wäh­rend den Kontrollbesuchen an uns herange­tragen. Nach schiedenen Abklärungen durch die verantwortlichen Spezialisten wird ein erster Projektbeschrieb erstellt. Darin werden u. a. Angaben gemacht über die be­günstigte Bevölkerung, deren Eigenleistun­gen, angestrebte Ziele und Ergebnisse, Massnahmen zur Nachhaltigkeit, detaillierte Kosten, Dauer des Projektes, Kostenanteil der Partnerorganisation und unserer Stiftung Para Los Indígenas. Ausserdem erfolgt eine Risikoeinschätzung des Projektes und es wird auf mögliche Probleme bei der Durch­führung hingewiesen. Schliesslich enthält jedes Projekt Angaben über das Controlling, das Budget und die Finanzierung.

Das detaillierte Projekt wird dann in der Schweiz von der Arbeitsgruppe Projektma­nagement besprochen und dem Stiftungsrat zur Genehmigung vorgelegt. Nach der erfolg­ten Bewilligung beginnt die Suche nach möglichen Geldgebern. Erst wenn rund 75 % der Kosten vorhanden sind, wird die Umset­zung des Projektes in Ecuador ausgelöst und erfolgt die erste Überweisung von Geldern an unsere Partnerorganisation.

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